Anlass für den Besuch war eine Veranstaltung der sachsenweiten Leseprojekte KiLian und JuLian. Staatsminister Conrad Clemens und unser Verbandsvorsitzender Lars Rohwer begrüßten die Schülerinnen und Schüler aus zwei Integrationsklassen der Evangelisch-diakonischen Grundschule Löbau herzlich und begleiteten sie durch den gesamten Vormittag.
Im Mittelpunkt in Löbau stand eine interaktive Literaturinszenierung der Illustratorin Sylvia Graupner. Die Künstlerin nahm ihr Publikum mit auf eine Reise durch ihr Buch „Im Papierschiff durch die Nacht“. Dabei zeichnete sie und untermalte vorgelesene Textpassagen mit Flöte, Regenmacher, Kalimba und Steel Drum und weiteren träumerischen Klängen. Der absolute Höhepunkt war ein gemeinsamer „Sternenflug“, bei dem die Schüler die Instrumente selbst spielten und die Autorin musikalisch begleiten. Der Künstlerin gelang es, über diesen kreativen Zugang einen ungezwungenen Raum zu öffnen, um miteinander über Gefühle, Ängste und die Poesie des Träumens ins Gespräch zu kommen.
„Theater erweckt Bücher zum Leben“, betonte Staatsminister Conrad Clemens mit Blick auf die gelungene Aktion. „Über den spielerischen Zugang zu Geschichten wollen wir die Lust am Lesen bei Kindern und Jugendlichen entfachen. Lesekompetenz ist und bleibt das Fundament für erfolgreiches Lernen.“
Das vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus in diesem Jahr mit 70.000 Euro geförderte Projekt bringt bereits seit 2012 Kinder- und Jugendliteratur mit Musik und Theater in sächsische Bibliotheken. Die Kooperation wird kontinuierlich entsprechend der Bedarfe weiterentwickelt. Das Projekt schafft gezielt inklusive Angebote, um Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aktiv einzubinden. Im Jahr 2024 wurde das Gesamtkonzept zudem um das Jugendformat „JuLian“ ergänzt, um gezielt auch Jugendliche bis 16 Jahre anzusprechen.
Nach der Lesung überreichten der Staatsminister und Lars Rohwer zwei Buchexemplare an die Schulgruppe, damit die Geschichten nachhaltig im Unterricht weiterwirken können. Im anschließenden Gespräch beantworteten die Gäste die vielen Fragen der Schüler. Diese bedankten sich am Ende mit selbst gestalteten Dankeskarten für den Besuch.
Ein besonders schöner Moment fand am Rande der Veranstaltung statt: Lars Rohwer überreichte Julia Rasem, der Leiterin des Bibliotheksverbundes der Christian-Weise-Bibliothek, einen Blumenstrauß. Er gratulierte damit herzlich zum Deutschen Lesepreis 2026 der Stiftung Lesen. Die Christian-Weise-Bibliothek hatte mit ihrem Projekt „Lesekinder Görlitz“ den 1. Platz in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ gewonnen.
„Bibliotheken sind als sogenannte ‚Dritte Orte‘ etwas ganz Besonderes in unserer Gesellschaft“, hob Lars Rohwer bei der Begrüßung hervor. „Sie sind ein geschützter Raum abseits von Zuhause und Schule. Hier kann ich in Ruhe meine Hausaufgaben machen, mich mit Freunden treffen oder einfach nur sein. Vor allem aber sind Bibliotheken eine echte Schatzkammer – ein Ort, an dem jeder ganz ungezwungen genau das Buch entdecken kann, das ihn persönlich anspricht.“
Zum Abschluss besichtigten alle Beteiligten die Fahrbibliothek des Landkreises Görlitz, die eigens für diesen Termin einen Sonderhalt in Löbau eingelegt hatte. Der Bibliotheksbus versorgt über 50 Ortschaften im Kreisgebiet, die keine feste Bibliothek haben, und ist zudem fest in das prämierte Projekt „Lesekinder Görlitz“ integriert.
Fakten zum KiLian-Projektjahr 2026
- Mitwirkende: Insgesamt 21 Künstlerinnen, Künstler und Ensembles (wie Schmidt/Német, Patricia Prawit, David Leubner oder das Kurbeltheater Dresden) füllen das Projekt mit Leben.
- Umfang: Die Kulturschaffenden absolvieren in ganz Sachsen stolze 84 Veranstaltungstermine.
- Zielgruppen: Die Angebote schlagen Brücken über alle Altersklassen von der Kita ab 4 Jahren (z. B. beim Figurentheater Marie Bretschneider) bis zur 11. Klasse an Oberschulen und Gymnasien (z. B. bei Silke Heimes oder Celina Keute).
- Inklusion von Anfang an: Das Projekt legt seit jeher großen Wert auf gelebte Inklusion und richtet sich explizit an Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Dafür werden zahlreiche Termine direkt in Förderschulzentren (FSZ) mit den Schwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung realisiert.
- Reichweite: Die Termine verteilen sich flächendeckend über den ländlichen Raum ebenso wie über die großen städtischen Zentren im Freistaat.
Wir danken der Stadtbibliothek Löbau für die wunderbare Organisation vor Ort sowie allen beteiligten Künstlern und Partnern, die dieses Projektjahr möglich machen!